Aussenbeziehung – Die Beratung

Frank und Claudia fanden den Weg in eine Paarberatung.

Kommunikationsregeln wurden festgelegt, die Aussenbeziehung hatte Frank schon beendet, eine räumliche Trennung auf Zeit war Claudia wichtig.

Besonders quälte Claudia die Frage nach dem Warum. Sie zweifelte sehr an sich, hätte sie was merken müssen, war sie nicht mehr genug?

Frank liebt seine Frau und seine Ehe, er wollte nicht ausbrechen, er war nicht verliebt.

Es war einfach so, dass er sich dadurch wieder jung gefühlt hatte, so leicht und lebendig.

Diese Momente waren in der Ehe eher selten gewesen.

Frank ist vor kurzem 54 geworden und das Älterwerden machte ihm Angst.

Claudia wurde durch seine Erklärung ruhiger, sie konnte es gut nachvollziehen, sie wird 50, ihr graute davor. Auch vermisste sie das Gefühl von Verliebtsein, Claudia würde gerne noch mal verliebt sein.

Auf die Frage, ob es Momente gäbe, in denen sie sich jung und lebendig fühlt, antwortete Claudia spontan: Beim Flirten.

Frank war erstaunt, dass wusste er von seiner Frau nicht und er wollte wissen, wie sie das macht, er könne das nicht.

Es kristallisierte sich in Laufe mehrerer Gespräche heraus, dass es Beiden ähnlich ging in ihrer Ehe.

Beide hatten Probleme mit dem Älterwerden, beide wünschten sich das Prickeln der ersten Jahre zurück, doch hatte Claudia mit ihrer Flirtkompetenz eine gute Ressource, sich diese Gefühle zu verschaffen.

Die Gespräche in der Beratung bekamen einen anderen Fokus: Gemeinsam Älterwerden, der Angst einen Raum geben. Die Offenheit der Gespräche führten wieder zu einer Annäherung des Paares, zugleich stellte es auch wieder das verletzte Vertrauen her.

Claudia und Frank lebten fast noch ein Jahr räumlich getrennt, was dem Paar offensichtlich gut tat, sie lernten sich ein Stück weit neu kennen.

Claudia hatte eine Bedingung: Frank sollte flirten lernen, sie war sich sicher, dass dies eine gute Prophylaxe sei.

Feedback von Claudia und Frank:

Durch die Aussenbeziehung hätte sich ihre Partnerschaft sehr verbessert, wichtig sei die räumliche Trennung und die sofortige Beendigung der Affäre gewesen.

Claudia gestand, dass Frank für sie auch ein Stück attraktiver geworden sei, sie hätte ihn lange nicht mehr als Mann wahrgenommen.

Frank hatte auch einen neuen Blick auf Claudia, denn er bemerkte, wie andere Männer mit ihr flirten, eine Zeitlang hatte er sehr mit Eifersucht und Verlustangst zu kämpfen, Claudia war nicht mehr selbstverständlich.

Beide haben sich im der Literatur und Kunst positive Vorbilder für das Älterwerden gesucht,

Claudia hat die Schriftstellerin in sich entdeckt, Frank macht Yoga. Im Flirten macht Frank auch Fortschritte, am Anfang war er etwas überdosiert, was zu unfreiwilliger Komik führte.

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